Rotlicht in Wien und der Welt

Monacobar braucht die Taxis und hat Geschäftsidee

Posted in Wien by rotlichtwien on 17. Juli 2011

Pro Gast, den ein Taxler in die Monaco-Bar bringt, gibt es eine anständige Provision. (Foto: Visitenkarte, Archiv Oswald 07/2011)

(Wien, im Juli 2011) Die Taxibranche und die Rotlichtbranche sind ein sündiges Gewerbe. Beide nehmen es mit dem Steuerzahlen nicht so genau. Zu den Taxilenkern versuchte kürzlich wieder einmal das Finanzamt eine Wiener Feldforschung auf den Durchzugsstraßen und stellte fest, dass einige keine Sozialversicherung zahlen, also „schwarz“ arbeiten und einige nicht einmal ein Gewerbe haben, obwohl sie arglose Gäste auf eine Reise mitnehmen.

Wieviele Personen im Rotlichtgewerbe Gäste auf eine Reise mitnehmen, ohne jede Gewerbeberechtigung, wird hier gar nicht angesprochen.

Taxis und Rotlicht

Manchmal verzahnen sich Rotlicht- und Fuhrgewerbe. Die Wiener Monaco-Bar tut dies, indem sie Taxifahrern auf einer etwas größeren Visitenkarte ein Angebot macht: Wer einen Gast bringt, provisioniert. Pro Fahrgast gibt es 20 Euro Maut, „maximal 60 Euro“. Ausgeschildert ist auch, was die Einheit in der Bar kostet: 180 die Stunde, 110 die halbe. Der Zubringer kann also ordentlich mitschneiden, bis zu einer Tageslosung, wenn er zwei Fuhren mit je drei Männern bringt. Mehr als 120 Euro setzt ein Taxifahrer heute in Wien pro Tag nicht mehr um. Ein nettes Zubrot also und Verführung, dem nach „Huren“ und „Nachtclubs“ fragenden Touristen schmackhaft zu machen, in diese Bar zu fahren.

20 Euro pro Kunde sind nicht viel für die Bar. Selbst wenn das „Zimmer“ nur 110 Euro ausmacht (die „halbe Stunde“ leisten sich nur „Anfänger“), wird der Gast sicher noch mit Sekt aus der Bar geflaschelt und zwecks Aufrechterhaltung der guten Stimmung zum Getränkekonsum animiert, womit es durchaus sein kann, dass der Gast 200 Euro liegen lässt. Damit wäre die Provision des Taxlers, Daumen mal Pi: 10 Prozent.

Vernetzungsarbeit

Das Zuträgerwesen ist auch in anderen Branchen gang und gäbe und logisch: In der Anwaltsbranche, in der Fachärztebranche, kurz überall dort, wo es ein Spezialangebot gibt, das sich in der Menge des Angebots relativ rasch durchsetzen soll. Provisionierungen können helfen, Kundenströme zu lenken.

Im Zusammenhang Taxiunternehmen und Rotlichtunternehmen wird eine alte Form früherer Geschichten neu aufgelegt. Es gab im Wien der 80er Jahre die Form des Stichgeldkassierens, das Taxler übernahmen. Als es noch an mehreren Stellen Straßenstrich gab, musste ja am Ende der Nacht um 4 Uhr oder 5 Uhr morgens jemand das Geld einsammeln. Da früher die Dienstleisterinnen nicht selbständig waren und die Lehnherrn nicht jeden Abend Zeit hatten, die Straße zum Inkasso abzufahren, wurde es an Taxler des Vertrauens delegiert. Dafür gab es Provision in der etwa nunmehrigen Höhe: 10 Prozent. Der Taxler fuhr die Straßendamen ab, holte die Tageseinnahmen ab und gab sie weiter.

Aller Anfang des Erfolges im Geschäftsleben ist die Vernetzungsarbeit. Diese funktioniert meist nur dann, wenn das Monetäre und die Provisionen vorab festgelegt sind. Die Provision 20 Euro pro Gast ist durchaus für Taxler ein Anreiz. (Foto: Visitenkarte Monaco Bar, Archiv Oswald 7/2011)

Die Monaco-Bar, hinter der der alte Pepi Stern, aber indirekt auch über ein paar Ecken der junge Hauke steht, setzt damit auf ein Geschäftsmodell, dass man Vernetzungsarbeit nennt. Ein Angebot kann noch so ausgefeilt sein, entscheidend ist, ob es ans Ohr des Endkunden kommt. Man weiß, dass Taxilenker erstens nicht der Feind des Geldes sind und zweitens oft die erste Ansprechperson von Kongresstouristen sind, die das erste und wohl einzige Mal in der Stadt Wien sind und „am Abend etwas erleben wollen“.

Es ist anzunehmen, dass auch andere Barbetriebe stille Kommissionsabkommen mit Taxis haben. Da sie wissen, dass sich in deren Auto entscheidet, in welchen Rotlichtbetrieb der Gast in den nächsten 20 Minuten gefahren wird und in dem er dann 200 Euro an der Kasse lässt. Die Monaco-Bar im 7. Wiener Bezirk ist aber die einzige, die das offen auf einer Visitenkarte vorhüpft, durchrechnet und anbietet.

Marcus J. Oswald (Ressort: Wien)

Repic, der Zopf hat seine Gegendarstellung von „Österreich“

Posted in Wien by rotlichtwien on 13. Januar 2011

Dragan Jovanovic aka Repic der Zopf: Entschädigt vom Gericht. Aber viele Fragen sind offen. Denn seit 10. Jänner 2011 ist bekannt, dass er fünf Jahre lang VP 180 war, Vertrauensperson der Polizei. Und gerade diese Vertrauensperson brachte einst 2003 den langjährigen Gürtel-Boss Harry Hauke in den Knast. (Bildquelle: Gegendarstellung Samstagausgabe Österreich, 8. Jänner 2011, Seite 6)

(Wien, im Jänner 2011) Am 8. Jänner 2011 erschien die Gegendarstellung in „Österreich“, die Dragan Jovanovic alias Repic, der Zopf von der Zeitung in einem Medienrechtsprozess mit seinem Verfahrenshelfer Andreas Duensing angestrengt hatte. Dieses Journal berichtete damals vom Prozess.

Die Wiener Tageszeitung schrieb, dass Repic der Zopf auch am 4. April 2010 im Zuge der Großverhaftung einiger Steiner-Getreuer verhaftet worden sei. Das schrieb im übrigen auch die „Kronen Zeitung“ unter Berufung auf Polizeikreise, doch die „Krone“ schrieb nur „angehalten“ (einige Stunden), hingegen schrieb „Österreich“ das Wort „verhaftet“. Dafür wurde Dragan Jovanovic vom Gericht mit je 500 Euro (für Print und Online) entschädigt. Außerdem wurde die Behauptung der Zeitung „Österreich“ durchs Mediengericht abgestraft, dass Dragan Jovanovic „erst kürzlich aus der Haft entlassen worden sei.“ Dieses „erst kürzlich“ war zu ungenau, denn er war bereits seit Februar 2009 aus einer dreijährigen Haft (Geschworenengericht nach Raub, übrig blieb schwere Körperverletzung) entlassen gewesen.

Repic, der Zopf bekam nun seine Gegendarstellung und alles schwarz auf weiß (und gelb hinterlegt). Das Urteil erscheint im Zuge der brandneuen Ereignisse jedoch als Hohn. Im aktuellen, seit 10. Jänner 2011 laufenden Strafprozess gegen den Tullner Polizisten Franz Pripfl kam in den ersten Prozesstagen das Überraschende heraus: Repic, der Zopf ist seit 2001 VP 180, also Vertrauensperson 180 der Wiener Polizei gewesen. Er war also nicht nur Betreiber des Puffs „No Name“ in der Bräuhausgasse 11 im 5. Wiener Bezirk, sondern er wurde auch von seinem Führungsoffizier Franz Pripfl in so gut wie allen Lebenslagen unterstützt.

Das mittlerweile geschlossene Lokal „No Name“ ist der Schlüssel zur Wiener Rotlichtfehde, die seit 2003 zwischen Harald Hauke und Richard Steiner läuft. Hauke hatte im Jahr 2003 Kontakt zur Prostituierten Angie, die zuvor in der Laskaris-Bar „L’Amour“ gearbeitet hatte und dann ins „No Name“ gewechselt war. Hauke hatte damals sowohl im „L’Amour“ als auch später im „No Name“ sexuellen Kontakt mit ihr. Sie galt aber auch als „Freundin“ des Repic. Im Strafprozess gegen Franz Pripfl kam am 11. Jänner 2011 hervor, dass diese Prostituierte auch Pripfl angezeigt hatte, dass er Oralverkehr von ihr verlangt hatte. Genau diese Prostituierte hat dann Hauke angezeigt, wie es im damaligen Strafverfahren gegen Hauke von Zeugen und informierten Vertretern hieß, auf Druck von Zopf. Auf Grund dieser Anzeige nach Vergewaltigung wurde Hauke schließlich im Frühjahr 2005 nach einjähriger Wiener U-Haft durch Richter Thomas Schrammel zu drei Jahren verurteilt und verlor kurzzeitig sein Standing in der Branche.

Während all dieser Zeiten (2001-2006) war Dragan Jovanovic Polizeispitzel des Kieberers Franz Pripfl von der KD 1 (früher „Sicherheitsbüro“), der sich später auf der Hochzeit des „Rocky“, dem Leibwächter von Gürtelboss Richard Steiner zeigte – und in Bild und Video erfasst wurde. Diese Bilder und Töne wurden nach Haukes Enthaftung bei den fast zwei Monate andauernden offenen Beratungen im Hotel Le Meridien der Hauke-Gruppe übergeben und an die Medien gespielt. Franz Pripfl wurde im März 2007 suspendiert und Repic, der Zopf verlor seinen Führungsoffizier. Heute lebt Repic im Untergrund nahe der Quellenstraße. Kurzzeitig kursierte das wilde Gerücht, dass ein Kopfgeld von 40.000 Euro auf ihn ausgesetzt sei, was sich aber nicht als Wahr herausstellte.

Das sind die erweiterten Hintergründe.

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Weitere Hintergründe: Aschermittwoch für Harry Hauke (7. März 2005)

Marcus J. Oswald (Ressort: Wien)

Ariel Muzicant hielt Wort – Sexwohnung geschlossen!

Posted in Asien Lokale, Wien by rotlichtwien on 13. Juli 2010

(Wien, im Juli 2010) Es spricht für ihn und gute Tugend: Der Präsident der Israelistischen Kultusgemeinde hat Ernst gemacht und nach Hinweis durch diese Webseite einen Mietvertrag gekündigt. Der „Asiaclub“ in der Florianigasse 36, mitten in der schönen Wohngegend der Josefstadt, ist nicht mehr.

Das ergab eine Überprüfung dieses Journals in diesen Tagen. Die Wohnung steht seit Ende Juni 2010 leer! Die Hausverwaltung und Eigentümerschaft IKG Wien konnte sich nach Bekanntwerden mit den Tätigkeiten der asiatischen Mieter nicht identifizieren. Nun steht die straßenseitige Wohnung im ersten Stock (vier Fenster) besenrein gemacht zur Vermietung. Der Nachmieter muss allerdings mit dem Makel leben, dass der Vormieter Wohnungsprostitution samt Kontaktinseraten und Webseite darin betrieben hatte!

Dennoch sei an dieser Stelle den Verantwortlichen der IKG Wien für das rasche und unbürokratische Einschreiten gedankt. Es gibt noch Ehrenmänner in Wien und Leute mit Gewissen. Ariel Muzicant ist so einer.

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Was bisher geschah:

Präsident der israelitischen Kultusgemeinde will reagieren (8. Mai 2010)
Israelitische Kultusgemeinde Wien vermietet Wohnung an Asienpuff (20. April 2010)

Marcus J. Oswald (Ressort: Wien, Asien Lokale)

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