Rotlicht in Wien und der Welt

Stummers Inserat auf Love.at

Posted in Singleboersen by rotlichtwien on 15. Januar 2006

Ernst Walter Stummer - auf http://www.Love.at wieder zugelassen! (Screenshot: Marcus J. Oswald, 15. Jänner 2006)

(Wien, im Jänner 2006) Vorbei die Zeiten, als ihn Love.at, die mitgliederstärkste Partner- und Flirtbörse Österreichs (515.000 Mitglieder) sperrte. Das war im Herbst 2004 und ist Schnee von gestern. Damals zahlte er acht Monate den Mitgliedsbeitrag und betrieb mit dem Holzhammer das, was man unschön „pishing“ nennt. Heißt: Er schickte Standardbriefe an täglich bis zu 50 inserierende Frauen. Nicht um sie zu treffen, sondern, um sie zu überreden, auch in seinem Stummers Singlekatalog kostenlos zu inserieren.

Sperre im Jahr 2004 – 2006 wieder dabei!

Die Inserenten pfiffen ihm was. Es hagelte negative Bewertungen. Vor allem aber love.at setzte einen Schlussstrich. Man strich die Zulassung. Wie gesagt: Schnee von gestern!

Seit Mitte Dezember ist er wieder dabei. Am 17. Dezember 2005 trug er sich wieder ein und zahlt auch seinen Beitrag. Nun will er tatsächlich auf diesem Wege eine Frau kennen lernen. Zu finden ist Stummer unter dem Nickname ernst2309.

Hintergrund: Er hat am 4. Februar 2006 genau ein halbes Jahr mit seiner Ehefrau Maribel hinter sich gebracht. Seit 4. August 2005 ist er verheiratet und will sich nun scheiden lassen. Er sagte ihr: „Du wir sind jetzt bald sechs Monate verheiratet und es gab noch nie Sex. Ich lasse mich scheiden.“ Nachsatz: „Dann wurde sie plötzlich schweigsam und war plötzlich ganz lieb.“ Nachsatz Oswald: Sex gab es trotzdem noch keinen, so Stummer bei einem persönlichen Besuch dieser Tage.

Auf Love.at ist Stummer nicht 67, sondern erst 52!

In Österreich kann man sich nach Eherecht erst nach einem halben Jahr Ehe scheiden lassen. Dieses Datum wäre am 4. Februar 2006 erfüllt. Dann beginnt für ihn ein neues Abenteuer.

Derweilen fischt der wundersam verjüngte Ernst Walter Stummer (52) nach neuen Damen seines Herzens.

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Mehr Stummer im Kanal „Ruhe und Ordnung“!

Marcus J. Oswald (Ressort: Singleboersen)

Stummers 700 Frauen

Posted in Singleboersen by rotlichtwien on 14. Juni 2005

Als im Mai Studenten in Wien demonstrierten und in Paris die Barrikaden anzündeten, wurde der 30-Jährige soeben aus der Justizanstalt Stein entlassen: E. W. Stummer 1968. (Foto: Archiv Oswald)

(Wien, im Juni 2005) Man kann sich nicht vorstellen, was man mit einem rüstigen Senior namens Ernst Walter Stummer alles mitmacht. Der so genannte „Einbrecherkönig“ außer Dienst und in Unruhe nimmt nach wie vor in Beschlag.

Alt gediente Kriminalisten, die Zeit ihres Lebens mit dem Wiener Sicherheitsbüro „verheiratet“ waren, wie der heute 74-jährige Franz Werth, sagen, Stummer gehört zum alten Eisen und ist auch als Einbrecher am „absteigenden Ast“. Gott sei Dank, könnte man sagen! Dennoch kokettiert der 66-jährige Altmeister des gescheiterten Einbruchs (30 Jahre Haft) immer wieder wie ein Junger mit der Theorie, dass ein „großer Einbruch“ noch einmal klappen könnte. Obwohl heute die Kultur des Bärenreißens (=Tresorknackens) ausser Mode ist und ganz andere Organisationen gleich mit dem Abschleppseil ganze Bankomaten aus der Wand reißen, hat er immer noch eine gewisse Sehnsucht nach dem „großen Tresor“.

Um den mitlesenen Polizisten den Wind aus den Segeln zu nehmen: Österreich ist frei – Gedanken sind frei. Als intimer Kenner von Stummers Vita legt man die Schreibhand und alle in den letzten 19 Jahren veröffentlichten Zeitungsartikel ins 451 Fahrenheit heiße Feuer: Stummer lebt seit 17 Monaten diesbezüglich straffrei.

Medienberater – Beziehungsberater – Lebensberater

Dennoch registriert man eine gewisse Unruhe. Denn: Langsam geht ihm das Geld aus. Im Februar 2005 konnte ihn noch über die Runden retten, dass ihn eine Elektrofirma zur Wiener Baumesse einlud, was für eine-halbe-Stunde-auf-der-Bühne-Sitzen und drei-Wuchteln-(=Witze)-Schieben fürstlich mit 500 Euro entlohnt wurde.

Im April 2005 konnte er sich erneut über die Runden retten, indem er ein längst vergessenes Sparbuch mit rund 700 Euro in seinem Kasten fand. Nun im Juni 2005 hängt der Mann in den Miesen. Nicht tief, aber für jemanden, der sich ein kostspieliges Weib leistet und keinen Kontorahmen hat, durchaus tief: 800 Euro.

Immer ging es bei Stummers Hacken (=Einbrüchen) eigentlich um fast gar nichts. Es war nur das Jagdfieber. Der Mann ließ ein Duzend Kommunionskleider mitgehen, eine unveräußerbare goldene Pistole, Pelzmäntel, die er dann an Angebete verschenkte, ein halbes Duzend Kofferradios, die er unter Freunden verteilte (60er Jahre). An die ganz große Sore (=Beute) kam er selten, daher nahm er, was sich anbot. Meist steckte er kurz davor in einer trägen Depression.

Einmal, 1985, besuchte er einen Psychiater in Linz und, weil dieser nicht in seiner Ordination war, brach er die Tür seines Arztes mit der Gashaxn auf. Man muss das auch psichisch sehen. Und darf nicht böse sein. 400.000 Österreicher leiden an Depressionen.

Unruhe im Herzen – Schulden drücken

Der Mann will und will sich einfach nicht zur Ruhe setzen. Wie oft besprach man es: „Stummer, es ist Herbst Ihres Lebens. Wie wär’s damit: Beginnen Sie Bücher zu lesen, gehen sie in den Park spazieren. Sie könnten ein sehr ruhiges Leben führen.“ Nichts. Es keimt eine Unruhe. Wer seine Biografie kennt, weiß, dass das nichts Gutes bedeutet.

Bei seiner letzten Hacken (01/2002) brach er in der Ettenreichgasse bei einem kleinen Schlecker-Supermarkt am Lieferanteneingang mit der „Schloßnuss“ den Zylinder ab. Nicht zufällig. Sondern um ins Geschäft zu gelangen. Damals war er 63 Jahre alt. Es gab dafür zwei Jahre Haft, obwohl er das Geschäftslokal nie betrat. So richtig Lehre war ihm diese Dummheit nicht.

Stummers Sicht der Frauen ist plakativ: Ein schönes Foto reicht und sie gefällt ihm. (Foto im Favoritner Cafe Kaktus vor seinem Partnerkatalog: Marcus J. Oswald)

In Stummers „Partnerkatalog“ (auch im Internet) gilt das Wahrscheinlichkeitsprinzip 700 : 3 Milliarden. 700 heiratswütige Damen aus aller Welt versprechen in Inseraten (und später Emails) Honig, Milch und Manna vom Himmel! Die Realität der transnationalen Eheschließung sieht freilich anders aus und ist mehr als kompliziert. Viele Damen wollen aber vom Ausland nach Österreich. Intime Kenner des Katalogs meinen indessen, dass manche Adressen nicht mehr ganz aktuell sind und, dass auch so manches Foto bereits zumindest 10 Jahre alt ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Derzeit zieht er Wickel mit dem Partnerkatalog auf. Immer öfter gibt es Beschwerden, dass Telefonnummern nicht mehr stimmen, auf Briefe keine Antworten kommen und Inserate auch in andern Zeitungen zu lesen sind. Stummer verteidigt seine 700 Frauen: Vielleicht sind sie umgezogen, haben ein neues Telefon. Er könne nicht alles überprüfen. Manchmal hat man den Eindruck, das „Geschäft“ wächst ihm über den Kopf und ist größer als er. Er verliert die Kontrolle und dann wird er sehr nervös.

Nicht nur Frauen sind in Stummers Partnerkatalog. Es gab traditionell immer auch vereinzelt männliche Modelle wie hier Modell 211 in Ausgabe 1/1987
(Quelle: Archiv Oswald)

Derzeit vermutet Stummer eine lupenreine Verschwörung gegen sich. Auf seinem Weblog ist ein Artikel nachzulesen, in dem er meint, dass ein Katalog-Käufer bewußt für die „Konkurrenz“ arbeitet. Das ist natürlich ein kleiner Verfolgungswahn.

Intime Kenner der Biografie Stummers erinnern sich an eine Situation, die 1984 geschah und, die der „Kurier“ in einem Artikel aufgriff. Das war damals auch eine etwas abgedrehte Geschichte. Angeblich „erpressten“ Tiroler Luden den Wiener Ernst Walter Stummer, die Hostessen als „Lockvögel“ in seinen Katalog eingeschleust haben sollen, um herauszufinden, welche Damen in seinem Katalog (damals war das noch auf „Professionelle“ ausgelegt) Dienste anbieten. Oder so ähnlich.

Stummer fuhr schließlich nach Innsbruck, doch am Bahnhof war niemand, der ihn erpressen wollte. Angeblich wurde jedoch in seiner Abwesenheit zur gleichen Zeit sein Wiener Büro „mit Nachschlüssel“ geöffnet und 40 Pornofilme entwendet. Einen Tag später kam die Polizei und nahm hoch offiziell weitere 45 Pornofilme mit. Woher die Filme stammten, wissen Insider, aber das tut hier nichts zur Sache…

Kurier am 11. Oktober 1984: Stummer angeblich von Sexmafia aus Tirol erpresst. Als er nach Innsbruck fuhr, war allerdings von den Erpressern keine Spur. Er fuhr wieder nach Wien zurück. (Zeitschriftenarchiv Oswald, Repro Marcus J. Oswald)

Übrigens: Wenige Monate nach dieser „Erpressungsgeschichte“ fand im Großraum Linz eine Kette von Einbrüchen und Einbruchsversuchen Statt, wofür Stummer – erstmals in der JA Linz – 18 Monate Haft bis auf den letzten Tag verbüßte.

Wenige Wochen in Freiheit begann seine größte Serie in Wien und Salzburg, unter anderem beim (ausgerechnet) mexikanischen Botschafter der Atomenergiebehörde „IAEA“ (Stummer wusste nicht, dass Mexiko in seinem Geburtsjahr 1938 das einzige Land war, das gegen den „Anschluss“ Österreichs an Deutschland offiziellen Protest einlegte, wofür dem Land in Wien der „Mexikoplatz“ gewidmet wurde).

Höhepunkt der Einbruchsserie war am 12. September 1986 der Kunstdiebstahl beim Wiener Millionär Eduard Fellner (Onkel des heutigen Sektionschefs im Justizministerium Wolfgang Fellner). Die Serie brachte Ernst Walter Stummer 84 Monate Haft in der Justizanstalt Stein, aus der er 1994 wieder entlassen wurde.

Wie immer das historisch war: Nun ist also wieder eine „Verschwörung“ gegen seinen „Partnerkatalog“ im Gang. Wieder sind dunkle Kräfte am Werk, die ihm das Wasser abgraben wollen.

Wie ich das sehe, beschreibe ich in meiner Antwort auf seine seltsamen Szenarien. Nachzulesen: hier.

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Mehr Stummer im Kanal „Ruhe und Ordnung“!

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Weiterblättern (nur Wesentliches):
Nach acht Jahren – Verhandlung Stummer gegen Österreich am EGMR (25. Juni 2010)
Marcus J. Oswald und Martin Luksan über: Ernst Walter Stummer 1968 (13. September 2009, Lesestück aus: 2003)
Stummer im ORF – Im Zentrum (9. Mai 2009)
Einbruch in Golf Löwe (2007) – Verdacht lag auf Stummer (18. Mai 2009) – offline gesetzt
Stummer im Kurier (Doppelseite) (15. Mai 2009)
Ernst Walter Stummer – Rein kommt man überall (11. Mai 2009)
Stummer im Kino – Bei Diskussion (9. April 2009)
Stummer, Sommer, Leisch am Karfreitag für Abschaffung der Gefängnisse (4. April 2009)
Einbrecher i. R. Ernst Walter Stummer ab morgen beim Jobcoaching (9. November 2008)
Artikel zu Stummer im Fachorgan “Der Kriminalbeamte” – durfte nicht erscheinen (25. Mai 2007; mit PDF)
Stummers Freunde (bei der Polizei) (22. Dezember 2006)
Stummer als Symbolfoto (13. Juni 2006)
Stummers zweiter NEWS-Auftritt (18/2006) (27. Mai 2006)
Stummers Inserat auf Love.at (15. Jänner 2006)
Stummers Gastauftritt (in Oswalds Stamm-Trafik mit ATV) (24. Oktober 2005)
Sicherheitsvideo – Ernst Walter Stummer – Einbrecherking (22. Oktober 2005)
Stummers Fussball (18. Oktober 2005)
Stummers Geheimprostituierten-Katalog (9. September 2005)
Stummers Kinder (20. August 2005)
Stummers Hochzeit (4. August 2005)
Stummers 700 Frauen (14. Juni 2005)
Stummers Messeauftritt (20. Februar 2005)
Stummer gegen Republik Österreich (12. Februar 2005)
Stummers Marketingaktion (noch ohne Fotos!) (5. Februar 2005)
Stummer-Kolumne – Augustin – Am Schmalz – Teil 3 (24. Juli 2003)
Stummer-Kolumne – Augustin – Am Schmalz – Teil 2 (10. Juli 2003)
Stummer-Kolumne – Augustin – Am Schmalz – Teil 1 (27. Juni 2003)
Brief an Stummer – Meine Spalte – Kolumne in Augustin (2003) (28. Mai 2003)

Marcus J. Oswald (Ressort: Singleboersen)

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