Rotlicht in Wien und der Welt

Prozess gegen Rumänen „Cretu“ beginnt

Posted in Prostitution by rotlichtwien on 1. März 2011

(Wien, im März 2011) Am 1. März 2011 beginnt in Klagenfurt ein Strafprozess gegen einen Herrn K., der einst der Chef der in Südosteuropa engagierten Systembank Hypo Alpe Adria war. Der Bank wirft man heute vor, dass sie eine Art kriminelle Organisation unter der Führung von Wolfgang „Zapzarap“ K. war.

Am 1. März 2011 beginnt am Landesgericht Wien ein Strafprozess gegen einen Mann, dem man auch vorwirft, dass er eine Art kriminelle Bande anführte. Er heißt Adrian „Cretu“ N. Ähnlich wie der Bankdirektor lebte er von Zinsen und Provisionen von Erträgen, die andere erwirtschafteten. Zum erst 30-jährigen Rumänen gingen im Mai 2010 in Wien Gerüchte. Er sei der kommende Mann an gewissen Straßen des Wiener Strichs, etwa der Linzer Straße und Felberstraße. Die Polizei weiss nichts davon. Sie gab in einem Prozess an, dass man die beiden Straßen sehr gut kennt und lückenlos überwacht und dass dort nur drei Clans das Sagen haben. „Cretu“ ist nicht dabei.

Brandanschlag am 16. Mai 2010

Jedenfalls geschah am 16. Mai 2010 dies: Eine als Prostituierte arbeitende Frau war in der Laxenburgerstraße 104 in einem Tanzlokal, in dem es gegen drei Uhr morgens zu einer ungewöhnlichen Auseinandersetzung unter Landsleuten kam. Tatsache ist: „Cretu“ zündete Benzin an, das ein Komplize zuvor über die 35-jährige Frau Fiorentina M. gegossen hatte. Effekt: Verbrennungen 2. und 3. Grades. Tiefschlaf und zahlreiche Hautoperationen. Spitalsaufenthalt bis 20. Juni 2010. Danach: Die linke Hand schwer verbrannt. Das rechte Ohr fehlt zur Hälfte. Die Stirn schwer verbrannt und das halbe Gesicht verbrannt. Am Oberkörper ebenso schwere Brandflecken.

Es gab zu diesem Vorfall schon einen Vorprozess am 22. Juli 2010, der bis September 2010 dauerte. Damals saßen vier Rumänen auf der Anklagebank, der Clan rund um Fiorentina M. Das ging so: Nach dem 16. Mai 2010 waren die Brüder und Cousins verständlicherweise in heller Aufruhr und auch die Polizei, die die Angehörigen beschattete, da Vergeltung im Rumänen-Milieu erwartet wurde. Tatsächlich gab es am 21. Mai 2010 ruppige Auseinandersetzungen im 14. Bezirk und vier Leute wurden verhaftet. Der damalige Prozess drehte sich um „Cretu“ und die Angst vor ihm und seinen feurigen Methoden. Im September 2010 wurde ein salomonisches Urteil gesprochen: 15 Monate teilbedingt, davon vier Monate fest, Enthaftung aller vier.

Prozessbeginn

Nun ist 1. März 2011 und Prozess gegen „Cretu“. Der ist, das steht für die lokal tätigen Kieberer fest, ein No-Name. Ein Unwichtiger, der sich wichtig machte und mit harten Ost-Methoden ins Milieu einsteigen wollte. Der 30-Jährige und seine beiden Freunderl Nicolae N. (23) und Bogdan A. (26) sitzen nach einer Flucht schon ein dreiviertel Jahr in U-Haft. Sie sind real für das Rotlichtgeschehen nicht relevant, aber dadurch aufgefallen, dass sie mit besonderer Brutalität am Standgeld „mitschneiden“ wollten und alte Zuhältermethoden gewalttätig umzusetzen bereit waren. Angeklagt wird Adrian „Cretu“ N. nach Absichtlicher Schwerer Körperverletzung, worauf das Höchstmaß fünf Jahre Zuchthaus sind. Cretu wird verteidigt von Rudolf „Rudi“ Mayer.

Fall für Zeitungen – alle Ingredienzien vorhanden

Das Journal wird beim Prozess nicht vor Ort sein. Aus zeitlichen und wegen anderer Belastungen nicht. Der Anblick des Brandopfers war schon am 22. Juli 2010 nicht schön. Es müssen bei diesem Fall andere ran. Daher wird auf die Zeitungen verwiesen, die das Thema sicher süffig berichten werden. Der Fall hat alle Zutaten, der die Zeitungen interessiert: Sex, Gewalt, Rotlicht. Was will man mehr?

Es wird gewiss auch ein kantenscharfes Foto des Brandopfers zu sehen sein, vermutlich in: „Österreich“. Obwohl es Grenzen der Diskretion gibt. Möglicherweise wird Anwalt Martin Mahrer beim Prozess dabeisitzen, der derzeit rund 30 Prostituierte rund um die Linzer und Felber Straße im Portefeuille hat (wenn Fredi Kreuzer auf sie einzahlt), und vor dem Prozess als auskunftsfreudiger „Opfervertreter“ der Fiorentina M. den Medien Rede und Antwort stehen. Statt dass er die Öffentlichkeit ausschließt und schweigt.

Kein Fall für dieses Journal

Nein, das ist kein Fall für dieses Journal. Es ist weder ein „schöner Fall“, noch ein gut berichtbarer Fall (es ist ein Dolmetsch-Fall), zudem ein Rotlicht-Fall, in dem großteils gelogen werden wird. Es ist ein Fall der blanken Gewalt, die medial besser verschwiegen und eher hart verurteilt gehört. Es wird durch übermäßige Berichte niemand geläutert, weil die, die es betrifft, die Rumänen, allesamt nicht deutsch sprechen, und es nicht lesen können. Die breite Bevölkerung kann mit dem Bericht nichts anfangen. Daher dient Berichterstattung darüber nur der Sensationslust. Diese Lust an der Sensation bedient am Besten? „Österreich“, wer sonst. Fellner versteht das emotionale Krawallmachen. Daher wird auf seine Webseite oe24.at verwiesen, die das sicher gut ausschlachtet.

Marcus J. Oswald (Ressort: Prostitution)

%d Bloggern gefällt das: