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Laufhäuser doch nicht sicher – Erpressung und Raub

Posted in Prostitution by rotlichtwien on 18. Januar 2011

Am 13. Jänner 2011 fand im Laufhaus Juchgasse im 3. Wiener Bezirk ein Raub statt. Der Mann am Bild wollte nicht Liebe, sondern Geld. Einmal umgekehrt also. Nach ihm wird gefahndet.
(Foto: Polizei)

(Wien, im Jänner 2011) Es wird gesagt, dass Laufhäuser sicher seien. Sichererer als „Wohnungsprostitution“, sichererer als „Straßenprostituiton“. In der Theorie mag das stimmen. Es gibt im Grunde Sicherheitsstrukturen. Doch die Frage ist: Sicher für wen? Sicher für das Personal oder sicher für die Kundschaft? Zwei aktuelle Beispiele dieser Tage widerlegen die Sicherheitstheorie.

Raub an Frau

Im Laufhaus Juchgasse fand am Donnerstag, 13. Jänner 2011 ein Raubüberfall statt. Ein Kunde wollte keine Liebe, sondern nur das Geld. Damit drehte er den Spieß um. Das Appartement-Haus hat Klingelbrett, Videoüberwachung am Portal und pro Etage vier Zimmer. Eine Frau wurde in ihrem Zimmer mit Klebeband gefesselt, überwältigt und schließlich beraubt. Der Täter ist flüchtig. Trotz Videoüberwachung und Mehrparteienhaus.

Hinweise an Polizei an Telefonnummer 01-31310 DW 62220 (Außenstelle Ost) oder 62800 (Journaldienst).

Erpressung an Männern

Ein anderer Fall von Schwerkriminalität, im Strafausmaß gleich schwer, doch dreister, fand in einem Laufhaus in Graz statt. Dort steht nun ein Zuhälter-Ehepaar vor dem Landesgericht Graz, die nach Menschenhandel angeklagt sind. Das Ehepaar wurde vor Weihnachten 2010 verhaftet. Der 30-jährige Mann lebte vom Notstand, soll aber in den Jahren 2008 bis 2010 durch die Zuführung zur Prostitution und Erpressungsvorgänge bis zu 400.000 Euro eingenommen haben.

Zwei Rumäninnen (21 und 22) arbeiten in dieser Zeit in deren Auftrag in einem Grazer Laufhaus, zuletzt nur mehr eine, da das Ehepaar eine wieder nach Rumänien „heimgeschickt“ hat. Die Verbliebene wurde in Graz und europaweit (Monte Carlo, St. Tropec) an Klientel vermietet.

Die Kundschaft zahlte nicht nur einen schlappen Hunderter für Services. Einer soll nach Angaben des Staatsanwaltes 3.000 bis 10.000 Euro bezahlt haben. Wöchentlich. Denn er wurde im großen Stil erpresst. Ein anderer Grazer mietete in der steirischen Hauptstadt gar ein Wohnhaus für die Prostituierte an. In das Haus soll aber dann das Zuhälterpaar eingezogen sein. Der Streit um die Fortzahlung der Miete eskalierte. Dann folgte vor Jahreswechsel 2010 die Verhaftung des Ehepaares und das System flog auf.

Für den Fall einer Verurteilung drohen zehn Jahre Haft. Der Prozess in Graz läuft.

Marcus J. Oswald (Ressort: Prostitution)

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