Rotlicht in Wien und der Welt

Repic, der Zopf hat seine Gegendarstellung von „Österreich“

Posted in Wien by rotlichtwien on 13. Januar 2011

Dragan Jovanovic aka Repic der Zopf: Entschädigt vom Gericht. Aber viele Fragen sind offen. Denn seit 10. Jänner 2011 ist bekannt, dass er fünf Jahre lang VP 180 war, Vertrauensperson der Polizei. Und gerade diese Vertrauensperson brachte einst 2003 den langjährigen Gürtel-Boss Harry Hauke in den Knast. (Bildquelle: Gegendarstellung Samstagausgabe Österreich, 8. Jänner 2011, Seite 6)

(Wien, im Jänner 2011) Am 8. Jänner 2011 erschien die Gegendarstellung in „Österreich“, die Dragan Jovanovic alias Repic, der Zopf von der Zeitung in einem Medienrechtsprozess mit seinem Verfahrenshelfer Andreas Duensing angestrengt hatte. Dieses Journal berichtete damals vom Prozess.

Die Wiener Tageszeitung schrieb, dass Repic der Zopf auch am 4. April 2010 im Zuge der Großverhaftung einiger Steiner-Getreuer verhaftet worden sei. Das schrieb im übrigen auch die „Kronen Zeitung“ unter Berufung auf Polizeikreise, doch die „Krone“ schrieb nur „angehalten“ (einige Stunden), hingegen schrieb „Österreich“ das Wort „verhaftet“. Dafür wurde Dragan Jovanovic vom Gericht mit je 500 Euro (für Print und Online) entschädigt. Außerdem wurde die Behauptung der Zeitung „Österreich“ durchs Mediengericht abgestraft, dass Dragan Jovanovic „erst kürzlich aus der Haft entlassen worden sei.“ Dieses „erst kürzlich“ war zu ungenau, denn er war bereits seit Februar 2009 aus einer dreijährigen Haft (Geschworenengericht nach Raub, übrig blieb schwere Körperverletzung) entlassen gewesen.

Repic, der Zopf bekam nun seine Gegendarstellung und alles schwarz auf weiß (und gelb hinterlegt). Das Urteil erscheint im Zuge der brandneuen Ereignisse jedoch als Hohn. Im aktuellen, seit 10. Jänner 2011 laufenden Strafprozess gegen den Tullner Polizisten Franz Pripfl kam in den ersten Prozesstagen das Überraschende heraus: Repic, der Zopf ist seit 2001 VP 180, also Vertrauensperson 180 der Wiener Polizei gewesen. Er war also nicht nur Betreiber des Puffs „No Name“ in der Bräuhausgasse 11 im 5. Wiener Bezirk, sondern er wurde auch von seinem Führungsoffizier Franz Pripfl in so gut wie allen Lebenslagen unterstützt.

Das mittlerweile geschlossene Lokal „No Name“ ist der Schlüssel zur Wiener Rotlichtfehde, die seit 2003 zwischen Harald Hauke und Richard Steiner läuft. Hauke hatte im Jahr 2003 Kontakt zur Prostituierten Angie, die zuvor in der Laskaris-Bar „L’Amour“ gearbeitet hatte und dann ins „No Name“ gewechselt war. Hauke hatte damals sowohl im „L’Amour“ als auch später im „No Name“ sexuellen Kontakt mit ihr. Sie galt aber auch als „Freundin“ des Repic. Im Strafprozess gegen Franz Pripfl kam am 11. Jänner 2011 hervor, dass diese Prostituierte auch Pripfl angezeigt hatte, dass er Oralverkehr von ihr verlangt hatte. Genau diese Prostituierte hat dann Hauke angezeigt, wie es im damaligen Strafverfahren gegen Hauke von Zeugen und informierten Vertretern hieß, auf Druck von Zopf. Auf Grund dieser Anzeige nach Vergewaltigung wurde Hauke schließlich im Frühjahr 2005 nach einjähriger Wiener U-Haft durch Richter Thomas Schrammel zu drei Jahren verurteilt und verlor kurzzeitig sein Standing in der Branche.

Während all dieser Zeiten (2001-2006) war Dragan Jovanovic Polizeispitzel des Kieberers Franz Pripfl von der KD 1 (früher „Sicherheitsbüro“), der sich später auf der Hochzeit des „Rocky“, dem Leibwächter von Gürtelboss Richard Steiner zeigte – und in Bild und Video erfasst wurde. Diese Bilder und Töne wurden nach Haukes Enthaftung bei den fast zwei Monate andauernden offenen Beratungen im Hotel Le Meridien der Hauke-Gruppe übergeben und an die Medien gespielt. Franz Pripfl wurde im März 2007 suspendiert und Repic, der Zopf verlor seinen Führungsoffizier. Heute lebt Repic im Untergrund nahe der Quellenstraße. Kurzzeitig kursierte das wilde Gerücht, dass ein Kopfgeld von 40.000 Euro auf ihn ausgesetzt sei, was sich aber nicht als Wahr herausstellte.

Das sind die erweiterten Hintergründe.

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Weitere Hintergründe: Aschermittwoch für Harry Hauke (7. März 2005)

Marcus J. Oswald (Ressort: Wien)

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