Rotlicht in Wien und der Welt

Richard Steiner klagt „Österreich“ – Zusammentreffen mit Hauke

Posted in Richard Steiner by rotlichtwien on 11. Januar 2011

Landesgericht Wien.

(LG Wien, im Jänner 2011) Am 11. Jänner 2011 kam es am Landesgericht Wien zu einem Zusammentreffen, das für einen erfreulich, für den anderen weniger erfreulich war. Richard Steiner klagte via Medienanwalt Michael Rami die Zeitung Österreich um 13 Uhr im Saal 205. Als Zeuge ging: Harald Hauke. Vorgeführt aus der Zelle wurde: Richard Steiner.

Thema war ein Interview der Zeitung mit Harald Hauke (50) zum Edelkonkurrenten Steiner (40). Der Medienprozess ist das erste direkte Kräftemessen der beiden seit Jahren gegenseitiger Verachtung. Hauke hat im Interview nicht mehr und nicht weniger getan, als seine Verachtung frontal zum Ausdruck zu bringen. Er stellte unter anderem fest, dass die Zeiten generell schlecht seien, er am Ufer sitze und nur mehr „die Leichen treiben vorbei“. Symbolisch gemeint ist die Gruppe Richard Steiner. Diese sitzt derzeit tatsächlich mehrzählig in U-Haft. Gruppenführer Steiner klagte diesen Beitrag nach Verletzung der Unschuldsvermutung und Medienrecht.

Interview von Hauke am 6. April 2010 zu Richard Steiner. Nun Medienklage. Hauke bietet zehn Monate später dem Richter den Wahrheitsbeweis in Form von Aktenlesen. (Foto: Auszug, TZ Österreich)

Vor Richter Gerald Wagner erscheinen drei Zeugen: Gerichts-Stammgast Wolfgang Höllriegl, Chronik-Chef von „Österreich“, nach seinem Neujahrserlebnis in der Wiener Staatsoper und entsprechendem Kulturhochgenuss wieder auf den traurigen Boden des österreichischen Medienrechts zurück geholt. Richard Steiner, Wiener Rotlicht-König von 2003 bis 2009, Anfang 2011 jedoch aus der U-Haft vorgeführt. Zeuge drei ist Harald „Dirty Harry“ Hauke, ganz in Schwarz, persönlich vor Ort mit einem Leibwächter und seinem Langzeitassi Laskaris.

Harald Hauke als Gerichtszeuge

Hauke sieht sich nach wie vor als einziger echter Rotlichtkönig Wiens, auch wenn das Reich von Einst dahinschmolz (derzeit nur in Betrieb „Laufhaus Rachel“ im 23. Bezirk, sowie drei „lose Kooperationen“ im ersten, vierten und siebten Bezirk; in Planung ist etwas Größeres im kommenden Jahr, so sich die Wiener Prostitutionsgesetzgebung im Sinne der „Grünen“ ändert, illegale Billig-Prostitution eingedämmt wird und die Laufhäuser als einzig legitime Variante bleiben). Fachmann Hauke bleibt Kaiser ohne Kleider des Wiener Rotlichts, lebt derzeit aber ohnehin mehrheitlich in Spanien in seiner Finca und ist seit einem Monat zudem Vater eines Buben mit einer Brasilianerin. Er arbeitet fleißig an seinem Portugisisch und denkt im Moment nicht an Neuinvestititonen im Rotlicht.

Geldschwemme Medienklage

Die Medienklage gegen „Österreich“ wurde von Richard Steiner eingebracht, weil dieser Geldbedarf hat. Man kann davon ausgehen, dass sein Anwalt Christian Werner schon 30.000 Euro kostete. Steiners Einkünfte sind derzeit zur Gänze weg. Er wurde praktisch enteignet. Der Nachschub von Außen ist weg. Das „Pour Platin“ als Schaltzentrale ist mittlerweile auch Innen geräumt und soll komplett entkernt sein. Vom alten Platin zu Haukes Zeiten (bis 2002, später Steiners Zeiten) ist nichts mehr übrig. Hausbesitzer Günther Kerbler (Conwert) kann das Spekulationsobjekt Neubau Gürtel 15, dessen obere Geschosse jahrelang leer standen, nun verwerten.

Richard Steiner klagt mit „Österreich“ ein Medium, das im Geld schwimmt. „Österreich“ durchbrach im Jahr 2010 erstmals seit Gründung im Jahr 2006 die Umsatzmarke an Werbeeinnahmen (laut Fokus Marketing Research) von 100 Millionen Euro. Gut 1,5 Millionen Euro legt die Zeitung alljährlich für verlorene Medienklagen zur Seite.

Haukes „Wahrheitsbeweis“: „Lesen Sie den Steiner-Akt!“

Die Medienverhandlung verläuft nur kurz. Es ist eine Vertagung und es gibt auch diesmal kein Urteil. Denn Zeuge Harald „Harry“ Hauke bietet den Wahrheitsbeweis für sein Interview an. Wie? Er fordert schlicht und einfach Richter Wagner auf: „Lesen Sie den Steiner-Akt! Da steht alles drinnen!“ Mehr sagt er nicht. Der Richter ist solcherart „Wahrheitsbeweis“ nicht gewöhnt. Doch Justitias Mühlen mahlen auch 2011 sehr langsam. Die Justiz will sich auch heuer als exakte Wissenschaft verkaufen. Wenn man etwas macht, nimmt man sich Zeit. Daher stellt der Medienrichter den Auftrag an jene Gerichtsabteilung, die den Steiner-Akt hat, dass man ihm den Verschlussakt (706 St 25/08w, 352 Hr 410m) für das Medienverfahren „Steiner gegen Zeitung Österreich“ gibt. Bisher schon einmal erfolglos.

Das Medienverfahren wird erneut auf unbestimmte Zeit vertagt.

Richard Steiner muss auf seine Entschädigung noch warten. Harald Hauke sieht solange noch die leblosen Leichen im Fluss vorbei treiben. Die Leichen seiner Feinde.

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Am 11. Jänner 2011 wurde im Rahmen des Gerichtsverfahrens gegen den seit März 2007 suspendierten Kriminalbeamten Franz Pripfl (Urteil voraussichtlich: 11. Februar 2011) bekannt, dass Richard Steiner seit dem Jahr 2001 als Vertrauensperson (VP) des Wiener Fahnders Richard Nagy geführt und für Informationen von der Polizei bezahlt wurde.

Marcus J. Oswald (Ressort: Richard Steiner)

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