Rotlicht in Wien und der Welt

Walter Gerhard Piranty stellt richtig – Stuwerviertel und er

Posted in Veteranen, Wien by rotlichtwien on 23. Dezember 2009

Walter Piranty zeigte mit seinem Buch auf. Als Roman gestaltet, schildert er erlebte Lebenswelt aus dem Stuwerviertel, aus Philippinien, wohin in seine Reisen brachten oder aus der Peep 69 des Rotlichtimperators Erich Reder, für den er eine Zeitlang als Buckel diente. Pushte sein Buch in der Karlich Schau des ORF und machte gute Figur dabei. (Coverquelle: Huren, Strizzis und Ganoven. 150 Seiten. Österreichischer Miliz-Verlag, 2007)

(Wien, im Dezember 2009) In einer Zuschrift nimmt Walter Gerhard Piranty Stellung. Zur Lage am Strich im Stuwerviertel und zu ihm. Sein Buch haben Experten im Regal stehen. Es ist noch erhältlich. Nun seine Post:

Betr. Strassenstrich Stuwerviertel‏
Gesendet: Dienstag, 22. Dezember 2009, 18 Uhr 59 – An: marcusjoswald@live.at

Sehr geehrter Herr Oswald!

Habe meinen Namen gegoogelt. Das mache ich von Zeit zu Zeit. Was mich auf einen Artikel von Ihnen brachte: Wiener Strich soll verlegt werden – Von Wohngebiet zur Bahntrasse

Ok, 17. Oktober 2009 ist nun wirklich nicht mehr aktuell. Dennoch bitte ein paar Richtigstellungen:

„Dort knipste man bereits einigen Aktivisten das Licht aus. Walter Piranty zum Beispiel versuchte die Verbote der Behörde in der Stuwerstraße zuerst mit Beschwerden, dann mit einer Vereinsgründung zu umgehen. Er wollte seine Stundenzimmer als „Geschlossene Gesellschaft“ führen, um Polizeizugriff zu verhindern. Das scheiterte. Nun will er, hört man, eine Religionsgemeinschaft gründen, um auf diese Weise der Polizei wenig Chancen zu geben.“

Autsch!!!!! – Ich kaufte das Lokal (gezwungenermassen) 2004. Machte aus dem Bordell eine Zimmervermietung. Am Anfang von der Konkurrenz verlacht. Ha, Ha, Ha, €10,- pro Zimmer pro halbe Stunde. Das rechnet sich nie. Dann hatte ich aber 80 (!) Zimmer pro Tag. Jetzt lachte niemand mehr. Mehrere sprangen auf den Zug auf. Machten ebenfalls Zimmervermietungen. So mein Nachbar (aus Roter Laterne Stuwerstrasse 5 wurde Zimmervermietung) dann die „Gabi“ dann…. Man hetzte die Behörden auf mich (in Österreich das beste System). Leider, leider war ich intelligenter. Ich machte keinen Verein, sondern eine politische Partei. Wieder liefen die Behörden an. Aber das wahre Problem war die Konkurrenz. 5 Zimmervermieter. Zum Schluss hatte ich nur mehr 20-30 Zimmer pro Tag. Deswegen (nach 3 Jahren) schloss ich das Lokal und suchte einen Käufer. Nicht leicht. Gut dann eben einen Mieter, dachte ich. 1 Jahr ging es gut, dann gab es keine Miete mehr. Gut Schloss raus und zu. Jetzt habe ich es verkauft. Die Religionsgemeinschaft war im Gespräch. Richtig. Aber da ich NIE länger als 3 Jahre ein Lokal habe….

Jetzt mache ich Import/Export. Ach ja und die €140.000,- Polizeistrafe verfallen nach und nach. Viel Arbeit für die Polizei. Schade. Habe nichts und bin laufend in Karenz. Pech für die Behörden. So das ist meine Geschichte im Bezug auf das Stuwerviertel. Wenn man das „Scheitern“ nennt, so möchte ich bitte noch ganz, ganz oft scheitern. Finanzamt (€200.000,-), Krankenkassa (€50.000,-) etc. leider, leider. Bin im Konkurs. 7% und Tschüss.

Tantiemen von meinen Buch „Huren, Strizzis und Ganoven“. Also auch nicht wirklich mein Geld. Falls es noch Fragen geben sollte, meine Telefon-Nummer ist xxxx/xxxxxxx.

Mit freundlichen Grüßen,
Walter Gerhard Piranty

Walter Gerhard Piranty bezieht Stellung. Im Bild mit Gattin Benedicta. (Foto: Buch Huren, Strizzis, Ganoven)

Marcus J. Oswald (Ressort: Wien, Veteranen)

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