Rotlicht in Wien und der Welt

Wiener Strich soll verlegt werden – von Wohngebiet zur Bahntrasse

Posted in Prostitution, Wien by rotlichtwien on 18. Oktober 2009

Bezirksvorstehung im 15. Wiener Bezirk kämpft gegen Prostitutionswildwuchs. (Plan: Stadt Wien)

(Wien, im Oktober 2009) Der Vorsteher des 15. Bezirks nahe Westbahnhof ist seit Jahren ein Vorkämpfer gegen Prostitution. Doch die Prostitution hat sich ausgebreitet und ging nicht zurück. Nun gibt es konzertierte Aktionen mit der Polizei. Der Politiker nimmt Anrainerbeschwerden ernst. Die Polizei straft Geheimprostituierte und – das ist neu – Freier ab. „Die Anbahnung in Schutzzonen wird immer schlimmer“, weiß der Bezirkskaiser Gerhard Zatlokal (SPÖ) in der Zeitung „Österreich“ am 17. Oktober 2009. Er sagt: „Vor allem der illegale Straßenstrich bereitet große Probleme“.

61 Anzeigen gegen Rotlichtakteure im 15. Bezirk

Zatlokal ging mit der Polizei mit und wurde Zeuge einer Anzeigenwelle. Allein am Freitag, 16. Oktober 2009 gab es im Bereich der Felberstraße und der Äußeren Mariahilferstraße in der Verlängerung zum Technischen Museum (und in Seitengassen) 61 Anzeigen gegen illegale Bordelle und Prostituierte. Auch Freier bekamen Strafen. Der Bezirkschef hat nun dieses vor, weil er weiß, dass eine Schwerpunktaktion nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist: Er will den Strich verlagern und neu ziehen.

Kämpfer gegen die Prostitution: Gerhard Zatlokal von der SPÖ.
(Foto: Partei)

Aus den Wohngebieten rund um die Hauptlinien der Straßenprostitution (Felberstraße, Äußere Mariahilferstraße) will der Politiker das Geschehen in die Avediktstraße bei der Bahntrasse Westbahnhof verlagern oder aber in die Wienzeile. In der Wienzeile werden die Anwohner jedoch keine große Freude haben, wenn bulgarische Mädchen (und deren Zuhälter in der Nähe) an der Straße auf Autofahrer warten. In der Avediktstraße ist es jedem egal, denn dort wohnt kaum jemand, da neben dem Zugendbahnhof Westbahnhof keine Lebensqualität ist.

Planquadrate auch im 2. Bezirk

Allgemein herrscht Abwarten, dann Handeln. Die verwaltungspolizeilichen Anzeigen stiegen in diesem Bereich Wiens im Vergleich zu 2008 um 40 Prozent. Ein weiterer Schwerpunkt wird in dieser Sache derzeit auch auf die Stuwerstraße im 2. Wiener Bezirk gelegt. Dort knipste man bereits einigen Aktivisten das Licht aus. Walter Piranty zum Beispiel versuchte die Verbote der Behörde in der Stuwerstraße zuerst mit Beschwerden, dann mit einer Vereinsgründung zu umgehen. Er wollte seine Stundenzimmer als „Geschlossene Gesellschaft“ führen, um Polizeizugriff zu verhindern. Das scheiterte. Nun will er, hört man, eine Religionsgemeinschaft gründen, um auf diese Weise der Polizei wenig Chancen zu geben.

Die Realität ist anders: Straßenstriche wie die Venediger Au, Stuwerstraße oder die Ausstellungsstraße, die bis vor Kurzem ab 10 Uhr vormittag mit „Spaziergängerinnen“ frequentiert waren, wurden „ausgetrocknet“ und sind menschenleer – wie eine persönliche Überprüfung ergab. Ob es die Strizzis nun einmal mit ehrlicher Arbeit versuchen, konnte dieses Journal nicht in Erfahrung bringen.

Marcus J. Oswald (Ressort: Wien, Prostitution)

7 Antworten

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  1. Thomas Prehofer said, on 3. Juli 2010 at 08:55

    Gestern (02.07.2010) habe ich an der Bürgerplattform das erste mal teilgenommen – plötzlich ist dort ein „vornehmer“ Herr aufgetreten mit motos wie „sie müssen uns vertrauen“. Auf die Frage wer er ist und wenn er vertrete, kam die Antwort: „ich vertrete den Bezirksvorsteher“, „er tut alles für sie – vertrauen sie uns“ und die Tatsache, dass der Strich nun nicht verlegt wird, das müssen sie verstehen – das hotelprojekt (28 Mio, am geplanten verlegungsstandort) ist nun mal wichtiger!

    So sieht also rote gemeindepolitik aus – das wohl der Anrainer wird für 28 Mio. verkauft – das ist ja wohl wahrer Sozialismus!

    Übrigens der vornehme Herr (die Vertretung der Bezirksvorstehung) stellte sich später als „der schöne fredi“ heraus – was für eine glorreiche Vertretung für die Bezirksvorstehung!

    Gratulation der roten Berzirksvertretung!

  2. rotlichtwien said, on 8. Juli 2010 at 22:56

    Lieber Herr Prehofer!

    Informieren Sie hier bitte, wann die nächste Bürgerversammlung stattfindet. Es sollte bekannt gemacht werden, wann und wo das nächste Terffen ist. Ich hätte Interesse, das auch einmal anzuhören.

    Wenn es da um ein „Hotelprojekt“ geht, hätte das natürlich ganz andere Dimensionen und Hintergründe.

    Den „schönen Fredi“ kenne ich nicht. Ich kenne nur den „schönen Edi“.

    Gruß
    MJO

  3. thomas said, on 13. Juli 2010 at 21:31

    ist es möglich meinen nachnamen von der website löschen zu lassen?

    • rotlichtwien said, on 22. Juli 2010 at 20:38

      Wieso? Ich schreibe meinen ja auch. Dafür gibt es wenig Verständnis, nicht böse sein.

      Da bekämen Sie mehr Sonderrechte als ich. Das geht nicht.


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