Rotlicht in Wien und der Welt

Erich Reder zahlt 150 Euro nicht

Posted in Peepshow, Prostitution by rotlichtwien on 10. Juni 2009

Erich Reder begutachtet, welches Mädchen für sein Geschäft am meisten Geld bringt. Die Dame im Vordergrund ist eine Anfängerin aus Rumänien, sie überzeugt ihn nicht. Bild von Fotoprobe im Boxraum der Peepshow. (Foto: Marcus J. Oswald, am 12. Jänner 2007)

(Wien, im Juni 2009) Als sein Lokal „E/A-Cafe“ im Jahr 1996 in der Wiener Muhrengasse eröffnet wurde – es war ein Bordell -, gab es akkurat am Eröffnungstag eine Razzia. Gesucht wurde nach Waffen und Koks.

Einer der damals 40 Eröffnungsgäste hatte eine Waffe im Bund. Sie wurde beschlagnahmt. Koks hatten mehrere dabei. Darunter, wie er heute noch gerne im Rückblick erzählt, er selber. Weniger geschickt versteckte das Cola Werner Tomanek, der sofort verhaftet wurde. Die Meldung ging durch alle Medien. Er saß rund zwanzig Stunden im Polizeiarrest auf der „Liesl“. Und knüpfte dort angeblich Kontakt zu Tony Wegas.

Erich Reder ist heute 53 und sein „E/A-Cafe“ heißt nun gemütlicher „Stüberl“: Das Bordell in diesem Lokal ist weg, das Zimmer mit dem roten Riesenbett im ersten Stock wurde als Wohnung vermietet. Mittlerweile macht Reder Peepshows mit vornehmlich rumänischen Tänzerinnen. Zwei hat er noch in Betrieb, in der Zentrale hat er umgebaut und macht nun auch ein „Laufhaus“. Im ersten Stock sind zwei Liebeswohnungen. Der Unternehmer: „Warum soll ich 300 Euro im Monat durch Vermieten der Wohnung einnehmen, wenn ich so 300 Euro am Tag machen kann?“

Erich Reder sieht sich als Geschäftsmann. Laut eigenen Angaben nimmt er im Monat 4.000 Euro aus seiner Firma. „So viel brauche ich für meinen Lebensstil.“ Er unterhält drei Autos, eine Harley, ein Haus in Pachfurth und eine Fischerhütte. Dazu Caféhäuser, Büros und Wohnungen.

Er war in erster Ehe mit einer Chinesin verheiratet. Im Scheidungsverfahren war seine Prozessgegnerin Helene Klaar von „Klaar-Marschall“ (wie schon bei: Ernst-Peter Hauser, Dipl. Ing. Richard Kaiser, Gottfried Divos und Erich Subcik).

Der Mann, der in seinem Büro in der Davidgasse 20 eine Schrotflinte unter seinem Schreibtisch jederzeit griffbereit hat, und sich damit rühmt, dass er über 90 Boxkämpfe absolviert hat, sich vom Straßenraufer zum Taxifahrer in den 80er Jahren zum späteren „Stichgeldkassierer“ (mit dem Taxi) bei Straßenhuren hochgearbeitet hat und so in das Geschäft mit der Roten Laterne „hineingewachsen“ ist, hatte 2005 erhebliche Probleme mit der Finanz.

Das Finanzamt machte im Sommer des Jahres 2005 eine zehnstündige Hausdurchsuchung in der Davidgasse (Café Stüberl, Bürozentrale, Peepshow). Man suchte Schwarzgeld, Suchtgift und Waffen. Gefunden wurde wenig. Die Steuernachzahlung wurde 2006 auf 150.000 Euro festgelegt. Finanzbeamtin war eine Evalinde Dorner-Tazreiter vom Finanzamt Wien-Wieden. Reder erhob über seinen ÖVP-Anwalt Werner Suppan Einspruch. Nach dem Einspruch machte die Steuernachzahlung 380.000 Euro aus. Das ist immer noch in Schwebe. Bezahlt wurde nichts.

Es begannen dann Recherchen im Leben der Finanzbeamtin. Es kam heraus, dass diese mehrere Wohnungen in Wien unterhält, ein Eigenheim in Admont. Ihr Gatte ist mit vier Konkursen am Handelsgericht Wien zwischen 2001 und 2006 anhängig gewesen. Sie selbst war in den späten 90er Jahren seine Betriebsprüferin und heiratete ihn schließlich. Der Gatte Frank Dorner kündigte alle 80 Mitarbeiter und überschrieb ihr (1/2/3/4) kurz vor dem ersten (und größten) Konkurs zu Sylvester 2000 die Hälfte seines Hauses im Beisein eines Anwalts am Semmering.

Nach den Steuerfahnungen rüstete Reder auf. Er installierte mit einem von Conny Haupt (Detektivverband) vermittelten Sicherheitsunternehmen ein 16-Kamerasystem in seinen Büroräumlichkeiten das jeden Schritt visuell und akustisch aufnimmt. Als einmal die KIAB und einmal die BIA im Büro des Reder war, wurden alle Gespräche aufgezeichnet.

Ende 2006 spritzte sich Erich Reder so viele Anabolika in den Oberarm, dass er Magenprobleme bekam. Er lag im Frühjahr 2007 mehrere Wochen im Privatsanatorium Döbling auf Einzelbett, um die Ursachen für die Erkrankung herauszufinden. Es war wohl eine zu hohe Dosis des Testosteron-Präparats. Er spritzte es sich deshalb gleich direkt in den Muskel, weil es so schneller wirkt, wie er dem Spitalsbesucher (Herausgeber) sagte.

Mitte 2008 wurde ein Strafverfahren gegen Erich Reder eingestellt. Seinen Erzählungen nach habe jemand aus der Umgebung einer rivalisierenden Rotlichtgruppe in der Peepshow in der Nordwestbahnstraße „25 Prozent Anteil“ kassieren wollen. Er ist der festen Überzeugung, dass es die Steiner-Partie war. Fast war es ein Aufflackern alter Zeiten. Der Mann, der sagte, er sei „am Teil“, fiel am Gehsteig im 2. Bezirk ungeschickt auf die Nase, sodaß sie brach. Die Anzeige gegen Erich Reder nach Körperverletzung wurde Ende 2008 eingestellt.

2008: Die Firma Reder Liegenschafts- und Vermögensverwaltungs KEG, situiert in Davidgasse 20, 1100 Wien, machte im Jahr 2008 laut Jahresabschluss rund 70.000 Euro Reingewinn. Er lachte über die Unternehmer der benachbarten Peepshow, die Kessler-Brüder aus Glonn (D), die mit ihrer Unternehmung „Peepshow Raaberbahn“ laut öffentlich im Firmenbuch nachlesbaren Zahlen Null Euro Gewinn machen. Trotzdem suchte er wieder näheren Kontakt im Jahr 2008 mit der Konkurrenz und bahnt eventuell gemeinsame Projekte an.

Vor Weihnachten 2008 sperrte er seine beiden Peepshows drei Wochen zu und flog für zwei Wochen nach Australien in Urlaub. Warum? „Ich will einmal Kangaroos sehen.“

Anfang 2009 bauten ihm in der Nordwestbahnstraße Russen direkt neben seiner zweiten Peepshow drei „Massage-Studios“ und „Mikro-Bordelle“ vor die Nase. Seither trägt er sich mit dem Wunsch, seine Unternehmung, die ein Gemischtwarenladen aus Wohnungsvermietung, Gastronomie und Peepshow ist, „an die Russen zu verkaufen“.

Im Frühjahr 2009 besuchte Ernst Walter Stummer das Büro des Erich Reder, um ihn um ein kleines Inserat für seine Startnummer der Sicherheitszeitschrift „Öffentliche Unsicherheit“ zu ersuchen. Erich Reder zahlte ihm ein Bier und schickte ihn wieder weg. „Er ist ein alter Mann“, wird er später sagen.

Im Frühjahr 2009 ging er mit seinem Anwalt Werner Suppan das Ziel an, die Firma zu spalten. Er will eine „Liegenschaftsverwaltungsfirma“ und eine „Betriebsstättenfirma“ gründen und die zweitere verkaufen.

Im Herbst 2008 gründete Erich Reder, inspiriert durch „Blaulicht und Graulicht“, ein eigenes Internetmedium. Es ging im Oktober on air. Das Medium ist fachlich relativ indifferent. Er gibt aber hohe Einschaltziffern an. „Bis zu 10.000 Zugriffe täglich“, tönt er. Im Februar 2009 kam doch glatt der ORF in sein Büro und filmte ihn für die Sendung „Hohes Haus“. Am Tag der Abstrahlung brachte das bis zu 35.000 Seitenzugriffe. Doch die Sache hatte einen Schönheitsfehler und kleinen „Haken“. Obwohl sich Erich Reder zur „Troika“ der drei gewichtigsten, einflussreichsten, aktiven Rotlichtunternehmer Wiens zählt, erwähnte der ORF in der Sendung mit keinem Wort, womit Erich Reder sein Geld verdient. Dass er seit 1996 drei (offene) Peepshows in Wien besitzt, so viel wie kein anderer in Wien, wurde nicht gesagt. Er wurde bloß als „Webmaster“ einer Webseite vorgestellt und durfte in der wichtigsten Parlamentssendung des ORF zu „Politik und Wirtschaft“ sprechen.

Nach dieser Sendung wurde er in einem Wiener Internetforum von Forumsschreibern scharf attackiert. Indirekt wurde der ORF scharf attackiert, weil es nichts mit sauberem Journalismus zu tun habe, dass man über einen exponierten Rotlichtunternehmer in der Parlamentssendung „Hohes Haus“ einen Bericht bringt und mit keinem Wort erwähnt, dass er „Rotlicht“-Unternehmer sei. Reder wurde „Möchtegernrotlichtimperator“ geschumpfen und „Glatzenschlumpf“. Darauf reagierte Erich Reder, der keine Kritik gelten lassen will.

Er wollte das Forum dechiffrieren. Der Strafverteidiger Roland Friis wurde für 3. März 2009 um 16 Uhr in das Büro bestellt, damit man einen Schriftsatz – nach Anraten des Herausgebers – entweder nach Exekutionsordnung, nach ABGB oder nach StGB gegen die Urheber des Forums gerichtlich inittiert. Der Herausgeber dieses Journals wurde in der Folge bedrängt, „alle Daten“ herauszugeben, wer in diesem Forum wer ist. Reder wollte sich bei seinen Kriminalbeamten des Vertrauens wichtig machen und ihnen Zund geben. Der Herausgeber hingegen gab die Daten ausschließlich mit dem Hinblick, dass ein guter, sauberer gerichtlicher Schriftsatz entwickelt wird. Nach der Besprechung am 3. März 2009 verkündete Reder, dass er nach Einzug der gesamten Daten des Forums die Sache nicht gerichtlich, sondern „nach alter Milieuart“ lösen werde. Zeugen dieses Gespräches waren Strafverteidiger Mag. Roland Friis, Marcus J. Oswald und Heinrich Schmatz. Alle waren überrascht. In sein Caféhaus gelockt, gerichtliche Schritte zu machen, war nun von ganz anderem die Rede. Vor dieser Beschlussfassung hatte Reder noch in Spanien Richard Steiner am Handy angerufen und von diesem Vorhaben in Anwesenheit des während des Telefonats gegenübersitzenden Herausgebers unterrichtet.

Seither versucht der Herausgeber bisher erfolglos die Daten zu diesem Forum wieder zurückzubekommen, da auf gerichtliche Schritte bekanntlich verzichtet wurde. Am selben Abend schickte er einen Bugl in die Guntherstraße zu einem der Forumsmanager – doch dieser, auch nicht belämmert, fotografierte den Bugl, der am Laternenmast unten beim Haus lehnte, mit dem langen Teleobjektiv und stellte das Fotos ins Internet. Mittlerweile wurde auch Reders Auto, sein Wohnhaus in Pachfurth und seine beiden Stammlokale in Wien ausfotografiert. Reder handelte in der Sache Webforum nicht aus einem höheren Interesse, sondern aus Eigennutz: Er suchte die Nähe zu seinen Kriminalbeamten des Vertrauens und wollte ihnen Material liefern, damit er gut dasteht. Erich Reders weitere Schritte, das besagte Forum durch einen angeblich gekauften „Hacker“ von Außen zu zerstören (im März 2009 gab er sich zwei Wochen Zeitrahmen) scheiterten.

Die netteste Episode über den Charakterkopf des Wiener Rotlichts ist diese: Bereits im Februar 2009 wurde der Herausgeber dieser Seite von Erich Reder gefragt, ob er ihm für dessen Seite täglich einen Beitrag schreiben könne. Die heißen Themen seien aktuelle Dinge aus aller Welt, Wien-Bezug solle es haben. Gesagt, getan. Erich Reder vereinbarte mündlich 280 Euro pro Monat. Von 1. bis 13. März 2009 lieferte der Herausgeber dieses Journals dem Erich Reder per Email täglich einen sachlichen Beitrag, der nicht auf den eigenen Journalen erschienen war, aber thematisch von Interesse ist. Nach dem 13. März 2009 begannen leider die Vorkehrungen für den größten Gerichtsprozess Österreichs gegen eine Einzelperson: Josef Fritzl (16. März bis 19. März 2009). Der Herausgeber fuhr täglich nach St. Pölten. Die Arbeit für Reder musste abgebrochen werden und wurde eingestellt. Erich Reder sagte nach dem 13. März 2009 zu, dass er für 14 gelieferte Beiträge 150 Euro zahlt. Das waren dann pro Beitrag: 10 Euro 71 Cent.

Heute ist: 10. Juni 2009. Erich Reder hat 14 Beiträge, die er erhalten hat, die vollinhaltlich für seine Webseite gestaltet waren (Überschrift, Fließtext, Zwischenüberschriften, Tiefenverlinkungen, teilweise Fotos) und die er zum Großteil zur Entlastung seiner eigenen Kreativität alle veröffentlicht hat, bis heute nicht bezahlt.

Erich Reder fährt täglich mit einem Mercedes Benz 320 CDI, der 65.000 Euro kostet, zur Arbeit. In seinem Tresor im Büro in der Davidgasse 20 liegen 35.000 Euro Bargeld! Er zahlt monatlich 20.000 Euro in Bar an Huren-Personal aus. Er trägt täglich 4.000 Euro Bargeld in seiner Brieftasche. Das ist das, was er sich für seinen „Lebensstil“ monatlich aus seiner Firma „herausnimmt“. Er nimmt sich viel heraus.

Reder linkt Leute ab. Das muss man sich merken.

Marcus J. Oswald (Ressort: Peepshow, Prostitution)

Eine Antwort

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  1. […] erstaunlich.at. Das ist insofern ein bisschen erstaunlich, weil der Herausgeber von erstaunlich.at, Erich Reder lange Zeit im Rotlicht-Bereich und als Peepshow-Besitzer aktiv […]


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