Rotlicht in Wien und der Welt

Solvente Männer wollen bleiben – Nobelpuff Babylon auch

Posted in Prostitution, Wien by rotlichtwien on 9. Februar 2009
Nobelbordell Baylon

Babylon Kalender 2001 - Gruppenbild mit Engeln.
(Foto: Kalender 2001)

(Wien, im Februar 2009) Die Meldungen Mitte Jänner 2009 waren im Wesentlichen richtig, aber vorschnell. Man kann nicht in den Kopf eines 63-jährigen Bordellbetreibers hineinschauen. Kurz: Er hat es sich noch einmal überlegt.

Peter Bretterklieber, Inhaber der österreichischen Bordellkette „Babylon“ mit Stützpunkten in Klagenfurt, Salzburg und Wien läßt den Wiener Nobelpuff offen. Er wurde, weiß die gut informierte Silvia Jelincic, die im Buch „Die nackte Elite“ das „Babylon“ analysierte, durch zwei Argumente überzeugt: Geld und solvente Männer.

Die Wiener Tageszeitung „Heute“ betont am 9. Februar 2009 (S. 14) noch einmal, dass der Edelpuff „Babylon“ in der Seilerstätte in Wiens City um „kolportierte 7.5 Millionen Euro“ (Heute) an den oberösterreichischen Besitzer des benachbarten Palais Coburg, Peter Pühringer, verkauft wurde, der dort einen Finanzcenter errichten will. Geplant war die komplette Schließung des Etablissements, da sich auch bei aufwändigem Lebensstil mit diesem Betrag ein angenehmer Lebensabend bestreiten lässt. Doch der Wirt machte die Rechnung ohne die Kunden.

Achse der Willigen

Wie Silvia Jelincic in „Format“ (6/09, S. 35) berichtet, geht das Babylon doch nicht unter. Auf der Webplattform „Facebook“ begannen die solventen Männer zu rebellieren. Laut Jelincic haben dort 344 „besorgte Männer“ eine Petition unterzeichnet, dass es irgendwie weitergehen möge. Zusperren sei keine Lösung. Man werde auch weiter tatkräftig mithelfen, dass der Kundenstrom nicht aufhört. Unterzeichner waren namhafte Rechtsanwälte und Unternehmer. Es wurde eine Achse der Willigen gebildet. Mit Erfolg.

Koberer bedrängt

Nun gab Peter Bretterklieber nach. Er wird nur „übersiedeln“. Innerhalb des sündhaft teuren 1. Wiener Bezirks wurde ein neuer Standort gefunden. Der Puff übersiedelt mit der gleichen „Belegschaft“ in die Johannesgasse 25. Das neue Lokal misst 1.700 Quadratmeter und soll 40.000 Euro Monatsmiete kosten. Das sei ein guter Preis. „So viel setzt das Babylon an einem weniger gut besuchten Tag um“, zitiert Silvia Jelincic in „Format“ einen nicht genannten „Insider“. Die Geschäfte brummen also.

Russischer Hausherr

Einen optischen Schönheitsfehler hat die Übersiedelung. Der neue Hausherr ist die A.V. Maximus Holding AG. Eigentümer ist der ehemalige kasachische Botschafter in Wien, Rakhat Aliyav. Dieser erhielt im Jahr 2008 zeitweilig Polizeischutz in seiner Döblinger Botschaft, da er mit dem Leben bedroht war. Er liegt im Clinch mit der Regierung in Kasachstan. Dass ihm deswegen die Hände nicht gänzlich gebunden waren, beweist, dass er eine Immobilie in Bestlage besitzt oder verwaltet.

Klagenfurt soll wegfallen

Trotzdem reduziert sich das Rotlicht-Reich des Peter Bretterklieber, 63, nun um einen Standort. Klagenfurt wird tatsächlich geschlossen, da mit dem Ableben von Jörg Haider die Rückendeckung für diese Art des Unternehmens in Kärnten nicht mehr gewährleistet sei. Salzburg hingegen bleibt, da die fröhliche Kundschaft in den „Club der schönsten Mädchen“ vor allem aus München anreist.

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Zum Babylon
Sehenswert: Babylon Kalender 2002
Sehr sehenswert: Babylon Kalender 2005
Ein Kalender ist nützlich: Babylon Kalender 2009

Marcus J. Oswald (Ressort: Prostitution, Wien)

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