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Sexzeit – Sexzeitschrift mit karitativer Idee!

Posted in Medienhotspots by rotlichtwien on 19. Juni 2006

Sexzeit - Derzeit die größte Sexzeitschrift Österreichs. Das Titelmädchen stammt aus Graz. (Bildquelle: Sexzeit 3/06;
Abdeckung durch das Journal)

(Wien, Salzburg im Juni 2006) Der österreichische Sexzeitschriftenmarkt ist derzeit im Umbruch. Die Platzhirschen verlieren an Terrain, neue kommen.

Das ÖKM (Österreichisches Kontaktmagazin) sackte in der Auflage beträchtlich ab. Nur mehr 27.000 bis 30.000 greifen zum Heft aus Bad Ischl, das mittlerweile mit vielen Seitenablegern den Markt pflügt. Vor einigen Jahren war die Auflage noch bei über 80.000.

Das Sexmagazin, das sich nicht mehr Sexnews nennen darf (unser Bericht vom 4. März 2005, Link folgt!) und das aus der Mannschaft des ehemaligen Hostessenmagazins SOZ (Sex ohne Zensur) entsprang (Link auf Beitrag folgt), liegt bei knapp 35.000 Auflage. Jedoch hebt man nun, wie die Spatzen von den Dächern pfeifen, den Einzelheftpreis im nächsten Monat von 3 Euro auf 4 Euro an. Damit ist man nicht mehr das günstige Sexmagazin, mit dem man lange Zeit warb, sondern schließt in das mittlere Preissegment im Adultbereich auf.

Viktor Hennemann zieht mit seinem KORE Magazin derzeit eine deutsche Partnerschaft auf, läßt in Deutschland drucken und vertreiben. Auch er bewegt sich im eher hohen Preissegment (5,60 Euro pro Heft) und mit der Auflage im Umfeld der direkten Konkurrenz.

Sexzeit – Auflagengrösus aus Salzburg

Daneben entwickelte sich in Salzburg eine Zeitschrift, die plötzlich als Auflagengrösus da steht. Sexzeit heißt sie und das Heft erscheint zweimonatlich. Vor allem: Es kostet nur 1,70 Euro. Träger des Heftes ist ein Verein. Der „Verein zur partnerschaftlichen Problemvermeidung“. Vereinssprecher ist Theodor Schernthaner. Vereinssitz ist Salzburg.

Werner Weiss, ein Vereinsmitglied, erläutert die Hintergründe, warum man diesen Verein vor sieben Jahren ins Leben rief. Man wolle Leute zusammenbringen, Veranstaltungen machen, aber auch wohltätig sein. Die Gemeinnützigkeit des Vereins hat einen hohen Stellenwert. Einnahmen aus Zeitschrift und Veranstaltungen fließen in wohltätige Zwecke. Am Anfang unterstützte man ein SOS Kinderdorf. Mittlerweile betätigt man sich „präventiv“.

Unterstützung für Aidshilfe und Delphintherapie

Unterstützung mit Ideen und Geld erhält die Aidshilfe Wien am Mariahilfer Gürtel. Man hilft mit Ideen für Folder aber auch durch Sachspenden. Laut Informationen des Vereins stecken sich täglich in Österreich zwei Personen mit HIV an.

Der zweite Präventionsweg betrifft Kinder, die Opfer von Kindesmissbrauch wurden. Hier weiß man von einer Delphintherapie in Florida, die man, so ein Fall bekannt wird, finanzieren will. Kostenpunkt: 10.000 Euro.

Zeitschrift Sexzeit: 84.000 Auflage

Haupteinnahmequelle ist die Zeitschrift Sexzeit. 84.000 Auflage habe man derzeit. „Ziehen Sie 5.000 Remitenden ab, dann kommen Sie auf unsere Verkaufszahl.“ Das wäre 79.000 Stück alle zwei Monate. Öffentliche Subvention erhalten Verein und Zeitschrift nicht.

Theodor Schernthaner - Obmann des karitativen Vereins.
(Foto: Sexzeit 5/05, S. 3)

Die Zeitschrift enthält kleine Fotostrecken, eine Pärchen-Story und dann die Partner-Inserate mit Fotos. Der „Verein zur partnerschaftlichen Problemvermeidung“ legt großen Wert darauf, dass alle Inserate echt sind. Man beschränkt sich auf eine überschaubare Zahl an Annoncen, die man inhaltlich und rechtsschreibtechnisch nicht nach bearbeitet. „Wir haben 200 bis 400 Inserate pro Heft und diese Inserenten sind keine Fake-Personen, sondern echte Leute.“

Kritik an Bad Ischler Konkurrenz

Vereinsmitglied Weiss äußert sich durchaus kritisch gegenüber einem Herausgeber in Oberösterreich: „Wie der alle zwei Wochen 1.500 Inserate veröffentlichen kann, ist mir schleierhaft.“ Weiss erzählt die Geschichte, wo eine angebliche „Asiatin“ im ÖKM inseriert hat und man als Antwortbrief dann ein Kaufangebot für einen Katalog um 50 Euro erhielt. Daraus erkläre sich, dass der ehemalige Marktführer im Sexzeitschriftenmarkt so sehr an Akzeptanz verlor.

In Sexzeit, so Weiss, gibt es das nicht. Die Titelmädchen existieren auch real und sind Leserinnen. Sie werden dann im Salzburger Fotostudio fotografiert und kommen vorne drauf. Das Titelmädchen des aktuellen Heftes (siehe oben) stammt aus Graz.

Kinderfreundlicher Vertrieb in ganz Europa

Der Vertrieb des Heftes erfolgt in ganz Österreich. 50 Prozent in Westösterreich, 50 Prozent in Ostösterreich. Dazu kommt der Raum Norditalien und Süddeutschland, wo man sich stark hinorientiert. Aber auch in den Beneluxstaaten kann man 1.800 Abonnenten verbuchen. Der Vertrieb erfolgt über den Pressegroßvertrieb Salzburg.

Das Heft liegt österreichweit in neun Bundesländern auch in über 80 Videotheken auf. Alle Vertriebsbasen, Trafiken und Videotheken, werden vom Verein als „kinderfreundliche Vertriebsstellen“ bezeichnet, da man mit dem Verkaufserlös Kinderhilfsstellen finanziert.

Die Homepage (www.sexzeit.at) ist derzeit im Aufbau. Außerdem sucht man für das Heft einen Lektor, der die Textfülle auf Fehler durchsieht. Kontakt über die Webseite.

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Update Juli 2010: Die Zeitschrift „Sexzeit“ hat mittlerweile ihr Erscheinen eingestellt.

Marcus J. Oswald (Ressort: Medienhotspots)

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